Edith Reiners - Katzenbande

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Edith Reiners

Meine Mutter Edith Helma Reiners
Meine Mutter Edith Helma Reiners und Ihre Schwester Renate
Brief von Renate (lebte über 50 Jahre in USA (zuletzt in Albuquerque New Mexiko)

Hallo Norbert.
Zuerst möchte ich dich daran erinnern, dass ich 12 Jahre alt war als meine Eltern und ich 1947 mit dem vollgestopften Zug nach Ostfriesland gefahren sind um einige Tage da oben Im kalten Norden zu verbringen.
Der Zirkus war im Winterquartier. Ich bin nicht sicher, ich glaube es war ein großes Lager mit viel Holz drinnen in dem ich und Herbert Schilling viel gesessen und uns auch manches Mal geküsst haben. Leider habe ich keine Verwandten welche noch am Leben sind an die ich so einige Fragen stellen könnte. Edith hat den Dominik in Mannheim kennen gelernt. Mein Vater hat sie zum Zirkus Platz geschickt um eine größere Rechnung zu Kassieren. Wir hatten doch ein Geschäft in dem Autoplanen nach Maß hergestellt wurden und auch Zirkuszelte usw. repariert. Er hat zu Edith gesagt, dass wir besser gehen und das Geld kassieren bevor die über Nacht alles Packen und wieder in eine andere Stadt gehen. So hat sie den Dominik kennen gelernt. Mein Papa konnte nicht verstehen warum die junge Edith sich in einen Mann verliebt, welcher einige Jahre älter war als unser Papa. Aber Edith hatte einen sturen Kopf. So ist Sie dann in Ostfriesland gelandet. Ich bin nicht sicher, aber ich glaube es war in Dickmannshausen oder Varel wie du geschrieben hast. Also mit dem Dickmannshausen bin ich nicht sicher. Ich bin dann jeden Morgen zur Arena gegangen wo Dein Vater Pferde dressierte und andere Artisten Ihre Übungen machten. Dann hat mich der Dominik gefragt ob ich mal reiten will. Natürlich, sagte ich und so ging es los. Drei oder viermal am Tage haben wir geübt. Er, der Dominik hat zu meinem Vater gesagt, dass ich viel Talent habe. Habe voltigieren mit einem weißen Pferd „Lotte“ geübt. Zu der großen Eröffnung kam mein Vater, und als er gesehen hat, was ich alles konnte, hatte er Tränen in den Augen. Habe ja auch noch einen Akt gehabt mit zwei Ochsen (Bulls und ein Pferd) Und wenn jemanden im Ballett Krank geworden ist, musste ich Ihre Stelle einnehmen und Can-Can Tanzen so wie die Damen im Moulin Rouge. Bin ja am 20. Jan. 1948 13 Jahre alt geworden. Dann hatte ich einen Unfall, als ich vom Pferd gesprungen bin und hatte Schmerzen am linken Knie. Ich hatte mir ein Knie (Meniskus) verletzt. So hat Edith mich nach Mannheim gefahren und ich wurde dort behandelt. So, kam es dass mein Vater mit mir gesprochen hat über meine Zukunft. Dass ich die Schule fertig machen soll. Was ich halt dann gemacht habe.
Dann bin ich in eine private Schule gegangen wo ich Buchhaltung und Steno usw. gelernt habe. .Auf jeden Fall war für mich das schöne Zirkus - Leben zu Ende. Ich hatte keine Ahnung, dass die Etidh in anderen Umständen war mit dir.
Ich kann mich nur erinnern, dass ich Dich als kleines Kind mit blonden Locken kennen gelernt habe.
Wolfgang der Vater von Claudia war so glaube ich 1946 geboren. Sein Vater war ein Colonel in der Army.
Mein Vater wollte wieder Fische fangen, (nein nicht mit der Angel sondern mit dem Netz (viele Fische aus dem Rhein)
Dazu hat der Papa eine Erlaubnis gebraucht und Edith ist zu diesem Colonel gegangen und hat alle Papiere bekommen welche der Papa brauchte um zu Fische fangen.
Sie hat für lange Zeit nichts gesagt, dass Sie ein Kind erwartet. In der Zwischenzeit ist der Colonel versetzt worden und er hat ja nie herausgefunden dass er einen Sohn in good old Germany hat.
Ich weiß wirklich nicht, wann Edith den Dominik verlassen hat. Ich kann mich aber gut daran erinnern wie oft ich die Edith mit Tränen gesehen habe.
Sie hatte immer so Heimweh nach dir. Ich werde ja immer so böse wenn ich daran denke, was Du alles in diesem Heim mit gemacht hast und hier war Deine Mutter und hat immer gehofft, dass Du mal an der Türe stehen würdest.
Sie hat nie aufgegeben nach dir zu suchen. Wer hat Dir den die falsche Hausnummer gegeben als du in Mannheim warst und nach K.21 gesucht hast?
Wir wohnten K. 2. 16 im Parterre.

So mein Lieber Norbert, das wäre es mal.

Bleibt gesund bis bald wieder
Eure Renate

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